Eröffnung neuer Horizonte für NAA: epistemologische Pluralität und ontologische Vielfalt zwischen den Amerikas und Deutschland

18.12.2025

Die wissenschaftliche Zeitschrift Notas de Antropología de las Américas (NAA) freut sich, nach vier Jahren ihres Bestehens den Beginn eine neue Etappe in ihrem Werdegang bekannt zu geben. Die neue Phase fällt mit dem Launch unseres neuen Webportals zusammen, das die Software OJS (Open Journal Systems) nutzt und auf einen eigenen Server liegt. Möglich wurde dieser Schritt dank der wertvollen Unterstützung des Open Access Service Centers der ULB der Universität Bonn.

Im Einklang mit unserem Engagement, neue Räume für Wissen zu eröffnen, bekennen wir uns aktiv zu einem dekolonialen Ethos, der auf epistemologischer Pluralität und ontologischer Vielfalt basiert und jeden Aspekt unserer redaktionellen Arbeit leiten wird. Die Umsetzung dieses Ansatzes hat konkrete Auswirkungen. Eine davon ist die Bildung eines Wissenschaftlichen Beirats, der sich aus renommierten Wissenschaftler:innen aus verschiedenen Regionen in den Amerikas und Europa zusammensetzt. Dieses Team aus Expert:innen bringt relevante Perspektiven und umfangreiche Erfahrungen ein, um die thematische Agenda von NAA mit zu gestalten, schlägt Dossiers und Sonderausgaben vor und achtet auf die Einhaltung höchster ethischer Standards in unserer Arbeit. Die Unterstützung des Wissenschaftlichen Beirats wird entscheidend dazu beitragen, unseren mehrsprachigen Charakter (DE, ES, DE, PT) zu stärken und sicherzustellen, dass die Zeitschrift weiterhin eine Brücke für den transkulturellen Dialog und eine symmetrische(re) ontologische Koexistenz bildet.

Im Rahmen unseres Engagements für Bibliodiversität und sprachliche Vielfalt kündigen wir ein Pilotprogramm für Veröffentlichungen in indigenen Sprachen an. Zum ersten Mal wird NAA Beiträge in Aymara, Quechua und Mapudungún (und bald auch in weiteren Sprachen) entgegennehmen und veröffentlichen. Wir glauben, dass die Förderung der Wissensproduktion in indigenen Sprachen für einen echten akademischen Paradigmenwechsel unerlässlich ist: Wir werden von unserer Seite aus dazu beitragen, die Erinnerungen indigener Gesellschaften in schriftlichen Medien aus Europa aktiv zu bewahren und damit Sichtweisen zu verbreiten, die oft ausgelassen und unterschätzt werden.

Außerdem freuen wir uns darüber zu informieren, dass wir ab dem nächsten Jahr Sonder-Ausgaben herausbringen werden, die von Gastredakteur:innen koordiniert werden und sich mit Schlüsselthemen der Altamerikanistik und verwandten Disziplinen befassen, entsprechend der an unserer Abteilung für Altamerikanistik und Ethnologie gelebten Forschungskultur. Diese Ausgaben werden Beiträge zu einem bestimmten Thema zusammenbringen und so einen tieferen und fokussierten Austausch zu fördern. Für die Organisation von Sonderausgaben zu dringenden und aktuellen Themen ziehen wir auch die Formen des Ko-Kuratierens mit indigenen Gemeinschaften und anderen sozialen Gruppen in Betracht, um so ein Themenspektrum von theoretischen Debatten bis hin zu aktuellen sozialen Problemen in den Amerikas abzudecken.

Mit all diesen Neuerungen bekräftigen wir die zentrale Mission von NAA, ein offener, vielfältiger und transformativer Raum für anthropologische Forschung zu den Amerikas zu sein. Wir bedanken uns herzlich für die kontinuierliche Unterstützung bei der Gemeinschaft von Leser:innen und bei unsereen Autor:innen und Gutachtenden, ohne die dieser Prozess nicht möglich wäre.